Kayachikitsa


Professor Dr. Subash Ranade (SEVA Akademie)

Bekannt geworden ist Ayurveda im Abendland als Wellness- und Vorsorgepraxis, als System, ein langes und gesundes Leben auf der Basis gefundener Harmonie mit sich selbst zu führen. Das zeigt das grundsätzlich andere Herangehen der traditionellen indischen Medizin an das Geschenk des menschlichen Lebens – und dennoch ist der Aspekt von Vorsorge ja nur ein Teil des Gesamtsystems der ayurvedischen Medizin.Selbstverständlich hat Ayurveda auch ein differenziertes und hochwirksames System des Umgangs von massiven Störungen des physisch-psychischen Gleichgewichts – also Krankheiten – anzubieten. Ähnlich wie in der modernen westlichen Medizin kann man die ayurvedische Medizin grob in zwei Hauptsysteme einteilen: Chirurgie und Innere Medizin. Wie hochentwickelt die altindische chirurgische Kunst war, können wir nur ahnen anhand der überlieferten Texte und auch der archäologischen Funde; es war eine Kombination von handwerklichem Geschick, profunder Kenntnisse der Anatomie und Physiologie und auch einem Wissen von Anästhesie, Wundversorgung und -heilung. Hier ist ja auch in der modernen Medizin eine sehr umfassende Entwicklung geschehen. Die innere Medizin handelt von der Diagnostik, der Behandlung und der Heilung von Krankheiten, die sich im Menschen entwickelt haben. Und hier werden schon bei der Diagnostik große Unterschiede zur westlichen Medizin deutlich. Während die westliche Medizin gewaltige Fortschritte gemacht hat im Bereich der bildgebenden Verfahren und der Differenzierung feinster quantitativer Abweichungen im Körper, gibt es kaum Möglichkeiten zur Feststellung der ursächlichen, qualitativen Veränderungen der im Körper wirkenden Kräfte. Hier liegt die große Stärke des Ayurveda – eine Schicht tiefer schauen zu können in eine Ebene des Wirkens von ganz elementaren natürlichen Strömungen: Kräfte des Verfestigenden, des Umwandelnden und des Auflösenden/Vergeistigenden, die in uns und um uns herum wirken, denen wir mit unserem Essen, Trinken, Schlafen, Verhalten, mit unserem Denken und Fühlen und unseren Anlagen in unterschiedlichem Maße Einlass in unser Sein geben und ihnen so erlauben oder sie behindern, unseren Körper gesund zu gestalten. Hier versucht der ayurvedische Therapeut einen Zugang zu erhalten durch die verschiedenen Möglichkeiten, die Störungen im Wirken eines oder mehrerer dieser Kräfte herauszufinden und mit unterschiedlichen Mitteln das Gleichgewicht wieder zu erreichen.

Infos und Termine mit Prof. Ranade finden Sie hier:

none

Leave a Reply