Archive for the 'Allgemein' Category

Ayurveda Vortrag mit Prof. Ranade bei SEVA Ayurveda in München am 07.07.08 um 19:00 Uhr


June 16th, 2008

Wir laden Sie herzlich zum Vortrag mit Herrn Prof. Ranade, einem international bekannten Ayurveda-Arzt aus Indien, ein. Er spricht am 7.7.08 um 19:00 Uhr über das Thema:„was hat Ayurveda bei den wichtigsten Zivilisationskrankheiten zu bieten und wie kann jederMann/Frau selbst ayurvedisch vorsorgen“. Der Live Vortrag wird für Sie ins Deutsche übersetzt.

 

Hier können Sie sich für den Kurs anmelden: klick 

 


 

Prof. Dr. Subhash Ranade Puna, Indien

Präsident der Internationalen Ayurveda-Akademie Puna, früher Professor und Lehrstuhlinhaber der Ayurveda-Universität Puna und Direktor des Ashtang Ayurveda-College Puna. Verfasser von mehr als 70 Ayurveda-Fachbüchern, von denen einige in sieben Sprachen erschienen sind. Bereist als Ayurveda-Dozent regelmäßig mehrere europäische Länder, die USA und Japan.

 

Dazu bietet er während 2 Tagen am 7. und 08.07.08 Ayurveda Konsultationen (Diagnose, Anamnese & Konstitutionsbestimmung). Anmeldungen dafür nehmen wir ab sofort entgegen unter Tel: 089-790-468-13 oder auch gerne per Mail: Konsultation@seva-ayurveda.de Kosten: 30 Min. 90 €

Für ein Fachpublikum bildet er selbst wie auch seine Frau Dr. Sunanada Ranade, ebenfalls Ayurveda-Ärztin, während 4 x 2 Tagen in Ayurveda-medizinischen Themen aus. (Termine 3. bis 6. 7. und 10. bis 13. 7. 08) Mehr dazu finden Sie:

Ausbildungen mit Prof. Dr. Randade


03.07.-04.07.08 Kaya Chikitsa Teil 1 NEUE THEMEN

05.07.-06.07.08 Kaya Chikitsa Teil 2 NEUE THEMEN

 

Ausbildungen mit Frau Dr. Ranade

10.07. -11.07.08 Frauen und Kinderheilkunde

12.07. -13.07.08 Baby & Schwangerenmassage

 

 

 

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Zu den Qualitätsunterschieden zwischen europäischen Ölprodukten und Ölen die nach ayurvedischen Verfahren hergestellt werden


May 8th, 2008


Die europäische Ölherstellung unterscheidet sich deutlich von den ayurvedischen Verfahren und damit auch in Zusammensetzung, Wirkung und Funktion der Öle.

Ein kaltgepresstes Sesamöl enthält beispielweise eine Zusammensetzung der Inhaltsstoffe, die auf natürliche Weise im Sesamkorn angelegt wurden. Dazu gehören Proteine, Polysacharide und organische Säuren. Durch den Herstellungsprozess wird diese natürliche Zusammensetzung nicht verändert. Im Ergebnis wird beim Auftragen dieser Öle auf die Haut zunächst durch die organischen Säuren eine adstringierende Wirkung verursacht, die dazu führt, dass die für die Hautatmung wichtigen Poren sich leicht zusammenziehen. Die im Öl vorhandenen Polysacharide und Eiweißmoleküle gelangen nicht in die oberen Hautschichten, da sowohl durch ihre Größe, als auch durch die adstringierten Poren keine Diffusion in die Haut möglich ist. Im Gegenteil verkleistern sie auf Grund ihrer biochemischen Konfiguration zusätzlich die Poren mit dem Ergebnis, das die Hautatmung und der Wasseraustausch der Haut nach einer derartigen Öl-Behandlung vermindert arbeitsfähig ist.

 

Anzumerken ist weiterhin, dass der in Europa angebaute Sesam sich genetisch und in seiner Zusammensetzung vom Sesam indicum unterscheidet. Er wächst mit anderen Erträgen, unter anderen Klimabedingungen und in einem anderen biochemisch zusammengesetzten Boden. Damit ist auch klar, dass die biochemische Zusammensetzung dieser Öle zum indischen Sesamöl verschieden ist.

Ayurvedisches Sesamöl wird aus sesam indicum hergestellt, welches einem schonenden Kochprozess von ununterbrochen 72 h unterzogen wird. Dabei wird unter ständigem Rühren die Temperatur konstant zwischen 95 – 99° C gehalten. Nach Jahrtausende alten Rezepten werden zu genau festgelegten Zeitpunkten Pflanzendekokte und Kräutermischungen hinzugesetzt. Dieses Verfahren hat mehrere Wirkungen. Zunächst wird die bereits vohanderne antioxydative Potenz des Sesamöles durch die Temperatureinwirkung in Verbindung mit den Pflanzenzusätzen verstärkt. Weiterhin werden die organischen Säuren bei diesem Prozess neutralisiert. Zum dritten werden die Eiweiß- und Polysaccharidketten zerstört und fallen aus. Eine weitere Wirkung dieses langandauernden Prozesses besteht darin, dass sowohl Transformationsprozesse bei den Pflanzeninhaltsstoffen als auch beim Öl selbst ablaufen, in deren Endergebnis die Diffusionsprozesse in die Haut deutlich erleichtert und beschleunigt werden.

Auf Grund dieser Sachverhalte ist es völlig unzulässig Ayurveda-Öle mit anderen Ölen zu vergleichen und schon gar nicht kaltgepresste Sesam-Öle für ayurvedische Verfahren einzusetzen.

 

Dr. Luther Blisset


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Rheumatoide Arthritis im Ayurveda


February 26th, 2008

Dr. med. Hedwig H. Gupta
Fachärztin für Orthopädie und Rheumatologie
Ayurveda, Therapeutischer Yoga, Akupunktur und Manuelle Medizin
Am Marktplatz 5, D - 71634 Ludwigsburg
Tel ++49 7141 87 55 98
www.dr-gupta.de  /  info@dr-gupta.de
Historisches
Im Ayurveda werden längst nicht alle Krankheiten namentlich genannt und separat beschrieben. Nur beispielhaft werden häufige Erkrankungen vorgestellt. Im Madhava Nidanam, einem der drei Klassiker der Laghu Trayi, der „Leichten Drei“, wird erstmals eine Krankheitsentität namens Amavata beschrieben. Diese entspricht in vielen Aspekten rheumatischen Erkrankungen, insbesondere der Rheumatoiden Arthritis.

Ätiologie von Amavata
Im Ayurveda sieht man die rheumatoide Arthritis als eine von vielen verschiedenen Faktoren verursachte Erkrankung. Vor allem folgende Faktoren werden als Auslöser beschrieben:

    Ernährungsfehler
Ungünstige Verhaltensweisen und Denkmuster
Lange Krankheit mit Verlust von Körpersubstanz
Fehlerhaftes therapeutische Vorgehen
Saisonale Faktoren
Verdauungsschwäche
Konstitutionelle Veranlagung
Gemeinsam ist diesen Faktoren, dass sie zu einer Vata-Erregung führen und das Verdauungsfeuer (Agni) schwächen. Die rheumatoide Arthritis ist damit im Ayurveda kein Autoimmungeschehen, sondern eine metabolische Erkrankung (Stoffwechselerkrankung).

Entstehung von Amavata
Aus der Erregung von Vata und Schwächung des Agni resultiert eine unvollständige Verdauung mit Resorption von halbverdauten Metaboliten (Ama), die anstelle der reinen Nahrungsessenz in den Kanälen zirkulieren. Diese Metabolite vergären weiter und lassen die Essenz klebrig und fadenziehend werden. An den Stellen des Körpers, an denen die Kanalsysteme vorgeschädigt sind, bleiben die klebrigen Metabolite an der Kanalwand haften und blockieren den Kanal. Die dadurch weiter in Dysharmonie geratenden Doshas reagieren mit dem umgebenen Gewebe und es kommt stadienabhängig zur Ausbildung von krankheitstypischen Symptomen.

Symptome von Amavata
In chronischem Zustand

    Übelkeit und Appetitlosigkeit
Durst
Trägheit / Schweregefühl
geringgradiges Fieber
Schwellung und Schmerz im Körper

In akutem Zustand
starker Schmerz und Schwellung in den Gelenken von Händen, Ellenbogen, Kopf, Kreuz-
Darmbeingelenk, Hüften,  Knie und Sprunggelenken.
Appetitsverlust, Geschmacksverlust
Verlust von Energie und Lebensmut

Formen von Amavata
Je nach Dosha-Dominanz gibt es verschiedene Formen des Amavata, die auch Stadienabhängig ineinander übergehen können.
Kapha-dominant

Typische Merkmale    - Schwellung
- Schweregefühl
- Steifheit
- Jucken
- Kältegefühl
Pitta-dominant
Typische Anzeichen    - Rötung des Gelenks
- brennender Schmerz im Gelenk
-erhöhte Temperatur des Gelenks
Vata-dominant
Typische Zeichen     -Schmerz
- Trockenheit, rauhe Gelenkoberfläche
Ayurvedische Therapie von Amavata
Wie in der Schulmedizin ist im Ayurveda ein stadien- und verlaufsabhängiges Vorgehen angezeigt mit Kombinationen der therapeutischen Möglichkeiten.
Ziel ist, den Krankheitsprozeß zu verlangsamen oder zum Stillstand zu bringen, die Schmerzen zu lindern und die Lebensqualität des Rheumatikers zu heben.

Die erste ärztliche Intervention ist das Vermeiden der auslösenden Faktoren. Dies geschieht durch intensive Beratung über Ernährung, Verhalten- und Denkweise. Zur Erleichterung der Umsetzung dieser Änderungen sowie zur Erhaltung der körperlichen und geistigen Agilität des Patienten werden gern yogische Techniken angewandt.
Die weitere Therapie ist stadienabhängig.

Im akuten Schub sind drei Schritte vordringlich:
- das Verdauen von Ama (durch Nahrungsreduktion und verdauungsfördernde Gewürze),
- die Schmerztherapie (durch Anwendung von Wärme und Kräutern),
- die Grundreinigung mit Ausleitung der massiv veränderten Doshas (über fettende Maßnahmen, abführen sowie nährende und reinigende Einläufe).

Im chronischen Stadium sind folgende Maßnahmen angezeigt:
- Fortführung und Intensivierung der Verhaltens- und Ernährungsberatung (mit dem Ziel, die Verdauung aktiv zu halten)

- äußerliche Anwendungen (mit Wärme, Ölen, schmerzstillenden Kräutern und Massagen)

- orale Gabe von Kräutern und Gewürzen (zur Verdauungsförderung, Vata-Beruhigung und zum
Substanzaufbau)
- erneute Zyklen der Grundreinigung in 3-6monatigen Abständen (zur weiteren Reinigung und
Prophylaxe eines weiteren Schubes)

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Therapie über die Sinne im Ayurveda


October 2nd, 2007


Autor: Dr. med. Detlef Grunert

Die Therapie über die Sinne bzw. über die Sinnesorgane im weitesten Sinne ist Grundlage der ayurvedischen Therapie. Dies scheint auf den ersten Blick vielleicht eigenartig. Im Folgenden werde ich versuchen, die Grundzüge der ayurvedischen Therapie und im Besonderen den Einfluss der Sinne auf die Gesundheit, das innere Gleichgewicht und die Doshas zu erläutern.
Begriffe wie Wohlfühlen, sinnlos, gefühllos, geschmackvoll, farbenfroh u.a. sowie Sprüche aus dem „Volksmund“ z.B. „sauer macht lustig“ zeigen, dass auch die moderne westliche Gesellschaft den Zusammenhang zwischen den Sinnen und Gesundheit bzw. innerem Gleichgewicht kennt. Düfte, Farben, der Geschmack usw. werden in vielen Bereichen zum Wohlbefinden und zum Erreichen bestimmter Ziele eingesetzt. Der Einsatz der Sinne in der ayurvedischen Therapie reicht vom Geschmack über den Geruchsinn bis zum Tastsinn. Auf die vielfältigen Möglichkeiten kann im Folgenden nur kurz und auszugsweise eingegangen werden.

Die Sinne in der ayurvedischen Therapie


1. Der Geschmacksinn

Beginnen möchte ich bewusst mit dem Geschmacksinn, da die Ernährung im Ayurveda die Grundlage jeder Therapie ist und der Geschmack auch die Wirkung von Heilkräutern wesentlich bestimmt. Der Geschmacksinn wird genutzt bei der Auswahl der Nahrung einerseits und bei der Auswahl der Heilkräuter andererseits.
Der Geschmack (Rasa) ist einer der wesentlichen Faktoren für die Wirkung von Nahrung. In der ayurvedischen Ernährungslehre werden sechs Geschmacksrichtungen beschrieben (im Folgenden werden nur die positiven Wirkungen beschrieben):


Süß reduziert Vata und Pitta und erhöht Kapha; süß fördert das Wachstum aller Gewebe, vermehrt die Lebensenergie (Ojas), fördert Stärke und Langlebigkeit, verbessert Haut und Haare sowie die Qualität der Sinneswahrnehmungen, wirkt ausgleichend auf die Psyche, verbessert den Schlaf, usw..


Sauer reduziert Vata und erhöht Pitta und Kapha; sauer verbessert die Verdauung und das Verdauungsfeuer (Agni), fördert die Speichelbildung, regt den Appetit an, verbessert Sinnesorgane und Psyche, nährt das Herz, verbessert die Zirkulation, nährt alle Gewebe außer dem Fortpflanzungsgewebe, usw..


Salzig reduziert Vata und erhöht Pitta und Kapha; salzig fördert die Verdauung, wirkt krampflösend, „reinigt“ die Gefäße, fördert die Ausscheidung von Schlackestoffen, hält das Salz-Wasser-Gleichgewicht aufrecht, fördert das Wachstum, wirkt weichmachend, schmierend, abführend, beruhigend, usw..


Scharf erhöht Vata und Pitta und reduziert Kapha; scharf fördert die Verdauung, unterstützt die Ausscheidung, reinigt die Kanäle (Srotas) inkl. der Arterien von Ablagerungen und Stoffwechselschlacken (Ama), vermehrt Schwitzen, ist keimtötend, reduziert die Gewebe inkl. Muskel- und Fortpflanzungsgewebe (daher Vorsicht vor einem Übermaß an scharfem Geschmack), vermindert Ödeme, erhöht den Stoffwechsel, usw..


Bitter erhöht Vata und reduziert Pitta und Kapha; bitter wirkt entgiftend, Blut reinigend, fiebersenkend (!), antiseptisch, gegen Parasiten, beseitigt Brennen und Juckreiz, stärkt die Festigkeit von Haut und Muskulatur, vermindert Fettgewebe, verbessert den Fettstoffwechsel, verbessert die Leberfunktion, fördert die Verdauung, reduziert Knoten, Zysten, Myome etc., reduziert die Gasbildung im Darm, vermindert Lymphstau, usw..


Herb, zusammenziehend erhöht Vata und reduziert Pitta und Kapha; herb, zusammenziehend wirkt blutstillend, unterstützt die Heilung von Wunden, Frakturen und Geschwüren, vermindert Schwitzen, wirkt Schleim lösend, diuretisch usw..

Beachte: Im Übermaß hat jede der Geschmacksrichtungen auch negative Wirkungen! So werden beispielsweise durch zu viel bitter Kraft und Ausdauer vermindert, Vata erhöht mit der Folge von Vata-Krankheiten, das Gewicht vermindert evtl. bis zur Anorexie, sämtliche Gewebe geschwächt usw..

Im Bereich der Heilkräuter gelten beim Geschmack (Rasa) prinzipiell dieselben Regeln wie bei der Nahrung. Insbesondere die Geschmacksrichtungen bitter sowie herb, zusammenziehend finden sich bei vielen Heilkräutern. Zusätzlich muss hier in jedem Fall noch der Geschmack nach der Verdauung (Vipaka) und die sogenannte Potenz (Virya) berücksichtigt werden. Ich möchte unter 2. noch kurz auf die Potenz eingehen, da hier eine andere Qualität unserer Sinne betroffen ist.



2. Der Temperatursinn

Die Sinneswahrnehmung von kalt oder kühlend bzw. warm-heiß oder erhitzend wird in mehreren wichtigen Bereichen therapeutisch genutzt. Dies sind u.a. die Ernährung, Heilkräuter und Medikamente sowie physikalische Therapien, Atemübungen, Yogatherapie usw..

Die Potenz (Virya) der Nahrung, der Heilkräuter und Medikamente:
Kühlende Eigenschaften besitzen die Geschmacksrichtungen süß (am stärksten), bitter und herb sowie physikalisch kühle Substanzen. Kühlende Eigenschaften reduzieren Pitta wirkungsvoll, vermehren Gewebe und vermindern das Verdauungsfeuer.
Erhitzende Eigenschaften besitzen die Geschmacksrichtungen salzig, sauer und scharf sowie physikalisch heiße Substanzen. Erhitzende Eigenschaften reduzieren Vata und Kapha wirkungsvoll, vermindern Gewebe und verstärken das Verdauungsfeuer.

Der Temperatursinn in der Pancakarma-Therapie
Stark erhitzende Therapien reduzieren Kapha, reduzieren Gewebe, aktivieren das Verdauungsfeuer und den Stoffwechsel und entschlacken stark. Beispiele: Ölmassagen mit Kapha-Öl, Schwitztherapien (Swedana) mit trockener Hitze, Jambira-Pinda-Sweda (heiße Zitronenwickel). Anwendung: Bei Kapha-Störungen und Kapha-Krankheiten wie Übergewicht, Asthma bronchiale etc..
Wärmende Therapien reduzieren Vata, verbessern den Stoffwechsel und verbessern den Aufbau „guter“ Gewebe. Beispiele: Ölmassagen mit Vata-Öl oder Mahanarayana-Thailam, Stirnölguss mit Sesamöl, Schwitztherapien mit feuchter Wärme. Anwendung: Bei Vata-Störungen und Vata-Krankheiten wie Gewichtsverlust, Schmerzen, Angst-Syndrom, Bluthochdruck, Stress-Symptomen etc..
Kühlende Therapien reduzieren Pitta, vermehren Körpergewebe und besänftigen das Gemüt. Beispiele: Ölmassagen mit Pitta-Öl, Stirnölguss mit Buttermilch und Amalaki. Anwendung: Bei Pitta-Störungen und Pitta-Krankheiten wie Entzündungen der Leber, Magengeschwür, Zorn etc..



3. Der Tastsinn (Das Fühlen)

Viele Menschen der modernen Zeit sind gefühllos geworden oder kommen nicht mehr in den Genuss, Berührung zu fühlen. Ayurvedische Massagen und insbesondere Ölmassagen aktivieren und harmonisieren neben vielen anderen Wirkungen auch den Tastsinn. In der Therapie werden alle Tastorgane der Haut genutzt.
Sanfte Ölmassagen (geringer bis mittlerer Druck, langsame Bewegungen, Massage in Richtung der Haare) reduzieren Vata und Pitta, harmonisieren Stoffwechsel, innere Organe und die Psyche und sind damit wirksam bei allen Vata- und Pitta-Krankheiten.
Kräftige Ölmassagen (mittlerer bis hoher Druck, langsame bis mittelschnelle Bewegungen und Massage im Wesentlichen in Richtung der Haare) harmonisieren Vata, Pitta und Kapha, verbessern und aktivieren den Stoffwechsel und sind wirksam bei leichten Störungen der Doshas sowie zur Gesundheitsvorsorge, zur Regeneration und Vorbereitung auf sportliche Aktivität etc..
Intensive Ölmassagen (hoher Druck, mittelschnelle und selten schnelle Bewegungen, Massage intensiv auch gegen die Haarrichtung) reduzieren Kapha, aktivieren intensiv den Stoffwechsel und das Verdauungsfeuer, reduzieren Gewebe und sind wirksam bei allen Kapha-Krankheiten.



4. Der optische Sinn (Das Sehen)

Die Sichtweise eines Menschen prägt stark seinen Charakter. Menschen mit einer ausgeglichenen Sichtweise haben eine angenehme Ausstrahlung! Farben werden primär über die Augen (Sitz von Alochaka Pitta) absorbiert und wirken sekundär über die Haut (Sitz von Bhrajaka Pitta). Farben und auch komplexe „Strukturen“ (z.B. ein Wald, das Meer oder ein zerstörtes Haus) wirken auf das mentale Feuer, auf unser vegetatives Nervensystem und letztlich auf den gesamten Körper und die Psyche. In der Therapie werden einerseits Farben und andererseits angenehme und schöne Natur genutzt, um das mentale Feuer zu harmonisieren oder bei Bedarf zu beruhigen oder zu aktivieren.

Die Wirkungen der Farbe
Alle Farben haben in der Wirkung sattva (ausgleichend), rajas (aktivierend aber auch stark stimulierend oder irritierend) und tamas (schwer und träge machend). Es ist wichtig sattvische Farbtöne zu bevorzugen!


Farben mit sattva Eigenschaften
Alle reinen, warmen und sanften Farben und die Farben der Natur


Weiß fördert Reinheit, Kraft und Spiritualität; beruhigt Herz, Geist und Nerven; heilt Schmerzen, Fieber, Infektionen (Arztkleidung!); reduziert Vata und Pitta.


Gold, sanftes Gelb oder Orange fördert geistige Klarheit, positive Motivation, Selbstbewusstsein und Zufriedenheit; harmonisiert und aktiviert den Geist, fördert die Intelligenz, stärkt Herz und endokrine Organe; verbessert die Immun- und Lebenskraft; reduziert Vata und Kapha, aktiviert Pitta.


Natürliches Grün harmonisiert Nerven und Geist; reguliert den Stoffwechsel; stabilisiert das Gewicht; stärkt Leber und Milz; hilft bei Fieber, Übersäuerung und Kopfschmerzen; senkt Vata und Pitta, steigert bei „Überdosierung“ Kapha. Besitzt eine starke Anti-Stress-Wirkung!


Natürliches Blau fördert Ruhe und erleichtert die Meditation; kühlt Augen und Geist; verbessert den Schlaf; reduziert Ärger und Hass; hilft bei Fieber, Infektionen und Tumoren; verbessert die Immunabwehr; senkt Vata und Pitta, steigert bei „Überdosierung“ die kalte Natur von Vata und Kapha.


Violett gibt positive Autorität und Ansehen; reduziert Herzschmerzen und Verkrampfungen; wirkt antibiotisch und fördert Bildung weißer Blutkörperchen; reduziert Vata, aktiviert Pitta.


Farben mit rajas Eigenschaften
Alle grellen, lauten und künstlichen Farben (z.B. Neonlicht)


Grelles Gelb oder Orange steigert die Energie und Aktivität; kann im ungünstigen Fall zu allgemeiner Hyperaktivität und Überreizung des 2.Chakra führen; steigert Pitta und Vata, reduziert Kapha.


Rot in warmen Farbtönen steigert den Stoffwechsel, gibt Wärme, stärkt das Herz, verbessert die Blutzirkulation; steigert den Willen und das Durchsetzungsvermögen; kann bei grellen Farbtönen oder „Überdosierung“ zu Ärger und Stress-Symptomen führen; steigert Pitta und Vata, vermindert Kapha. Vorsicht: Rot ist die am stärksten wirkende Farbe!


Purpur gibt Autorität und Ansehen; kann Emotionen unterdrücken und steigern. Vorsicht: Mögliche plötzliche Gefühlsausbrüche!


Farben mit tamas Eigenschaften
Alle dunklen, dumpfen und schmutzigen Farben (werden genutzt von offiziellen oder Amtspersonen wie Richter, Schiedsrichter und als Trauerkleidung)


Schwarz erhöht den Widerstand; vermindert Emotionen; kann Angst erzeugen; vermindert Pitta, steigert Vata und Kapha.


Grau gibt Neutralität und vermindert Emotionen; vermindert die Lebensenergie und kann Depressionen auslösen; vermindert Pitta, steigert Vata und Kapha.


Braun gibt Stabilität und Neutralität; vermindert Pitta, stabilisiert Vata und steigert Kapha.

Wichtig: Wähle die Farben deiner „Umgebung“, d.h. deiner Kleidung, von Edelsteinen, deiner Wohn- und Schlafräume, deines Arbeitsplatzes und der Therapieräume sorgfältig aus oder lasse dich von einem Ayurveda-Therapeuten beraten.
Merke: Die Farben der Natur harmonisieren, nähren und stärken Geist und Körper am besten.



5. Der akustische Sinn (Das Hören)

Töne gehören zum Element Äther/Raum aus dem alle anderen Elemente entstehen. Töne, Mantras und Musik können das innere Selbst beruhigen und erwecken. Sie können helfen körperliche, psychische und seelische Störungen zu heilen. In der modernen Welt nehmen unsere Ohren Geräusche aller Art (häufig schrille, zu laute und unangenehme) auf. Hörstörungen, Ohrgeräusche etc. sind Volkskrankheiten. Wir müssen wieder lernen unsere Ohren positiv zu nutzen.


Beispiele für Mantren und ihre Wirkung


Aum erhöht die Lebensenergie. Gut bei Pitta- und Kapha-Störungen und besonders für Männer.


Ram gibt Stärke, Ruhe und Frieden; wirkt besonders gut bei Vata-Störungen, Schlaflosigkeit, Nervosität und Angst; verbessert die Immunabwehr.


Sham gibt Frieden und Ruhe; hilft bei vielen Erkrankungen des Nervensystems und bei psychischen Störungen; wirkt besonders gut bei Pitta- und auch Vata-Störungen.


Hoom bewahrt vor negativen Einflüssen und negativen Emotionen; hilft Ama (Stoffwechselschlacken) zu beseitigen und verbessert die geistige Aufnahme; wirkt besonders gut bei Vata- und Kapha-Störungen.

Das Gayatri Mantra gibt Schutz und Erleuchtung; verbessert und harmonisiert die innere Energie und Lebensenergie.


Das OM Namo Narayana ist das wirkungsvollste Mantra für Heilungen; es harmonisiert die Chakren; es ist für jedes Dosha geeignet.

Prinzipielles zur Musiktherapie
Musik aller Länder wirkt intensiv auf die Psyche und den Körper. Im Ayurveda wird klassische indische Musik (Rags) genutzt. Mit Musik können Emotionen geweckt werden wie Freude, Liebe aber auch Furcht oder Trauer. Angenehme Musik ist Nahrung für die Seele und besitzt einen intensiv heilenden Effekt. Musik begleitet den Tag und den Jahresablauf. Sie hilft den Rhythmus der Natur mit dem eigenen Rhythmus zu harmonisieren. Leben im Einklang mit der Natur harmonisiert alle Doshas, gibt Lebensenergie und ist Gesundheitsvorsorge. Musik wirkt über den akustischen Sinn aber auch, insbesondere bei Rhythmusinstrumenten, über den Tastsinn (Vibrationen).

Wichtig: In Europa kann jede Art guter Musik therapeutisch eingesetzt werden. Musiktherapie erfordert ein großes Wissen und große Erfahrung! Gute Musik für die Therapie ist weder schrill noch dumpf, noch eintönig oder extrem laut. Sie passt zum Rhythmus der Natur und erweckt angenehme Gefühle. Die Musik soll lebendig sein. Daher soll sie auf natürlichen Instrumenten gespielt werden.



6. Der Geruchsinn

Hier schließt sich der Kreis. Geruchsinn und Geschmack liegen eng beieinander und ergänzen sich. Wer nichts riecht kann auch nicht schmecken! Der Geruchsinn wird im Rahmen der Aromatherapie jedoch auch unabhängig therapeutisch genutzt. Aromen werden genutzt in Form von Essenzen oder Räucherwerk in reiner Form oder gemischt mit Basisölen wie Sesam- oder Kokosöl. Reine Aromen sind dabei am wirkungsvollsten!


Beispiele für Wirkungen auf die Doshas:


Vata reduzierend sind Basilikum (Tulsi), Kampfer, Zimt mit Sandelholz, Myrre, etc.

Pitta reduzierend sind Sandelholz, Rose, Lavendel, Lotus, etc.

Kapha reduzierend sind Zimt, Zeder, Myrre, etc.

Beispiele für spezifische Wirkungen:


Basilikum (Tulsi) reinigt den Geist, wirkt antidepressiv, beruhigend, fiebersenkend, antiviral

Kampfer öffnet den Geist, Sinne und Atemwege, hilft bei Kopfschmerzen und Arthritis


Lavendel gleicht alle Doshas aus, beruhigt Emotionen und Nerven; wirkt gut bei Hyperaktivität

Lilie reduziert Vata und Pitta, beruhigt Herz, Nerven und Emotionen; hilft bei Schlafstörungen und Angst; gut bei trockenem Husten

Lotus gleicht alle Doshas aus, beruhigt Herz und Geist; verbessert den Schlaf; erhöht das Gefühl von Liebe; erhöht die Lebensenergie; wirkt antiallergisch
Minze gleicht alle Doshas aus, reinigt Kopf, Nasennebenhöhlen und den Geist
Myrre stärkt Herz, Nerven, Knochen, Gelenke und Uterus; reduziert überschüssiges Fett; verbessert die Geweberegeneration


Rose erhöht Gefühle wie Liebe etc., wirkt als Tonikum auf den Urogenitaltrakt; gut bei Fieber und Husten

Sandelholz wirkt angstlösend, reinigt die Nieren, wirkt als Tonikum für Herz und Lunge; verbessert die Meditation; das beste Aromaöl für den Geist



7. Bemerkungen zum Schluss

Ayurvedische Therapie nutzt, wie beschrieben einerseits auf der eher „groben“ physikalischen Ebene (z.B. über Massagen etc.) andererseits mehr subtil (Farb- oder Aromatherapie, etc.) die Sinne. Jede Therapie über die Sinne aktiviert und trainiert gleichzeitig die jeweiligen Sinne selber bzw. gleicht Störungen im Bereich der Sinne und der Sinneswahrnehmung aus. Letztlich gehört zur Gesundheit körperliches, geistiges und seelisches Wohlbefinden. Dieses erreichen wir nur, wenn unsere Sinne aktiv und ausgeglichen sind und die Wahrnehmung positiv ist. Um gesund zu bleiben, müssen wir lernen, über alle Sinne zu genießen! Wer nicht genießen kann, wird ungenießbar!



Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun. Johann Wolfgang von Goethe





Literatur:

  1. Caraka Samhita. Chowkhamba Sanskrit Series Office
  2. Frawley, D.F.: Das große Ayurveda-Heilungsbuch. Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur
  3. Grunert, D.: Bewegung und Sport im Ayurveda. CO´MED 7/2002 20-22
  4. Kumar, K.P. : Mantren. Edition Kulapati 2001
  5. Merrit, S.: Die heilende Kraft der klassischen Musik. Kösel Verlag 1998
  6. Rhyner, H.-H.: Das Praxis Handbuch Ayurveda. Urania Verlag
  7. Rhyner, H.-H., Rosenberg, K.: Das große Ayurveda Ernährungsbuch. Urania Verlag 2003
  8. Srikanta Sena: Ayurveda Lehrbuch. Vasati Verlag 2003
  9. Swami Sada Shiva Tirtha: The Ayurveda Encyclopedia. Sri Satguru Publications. Delhi 1998
  10. Ranade, S.: Ayurveda – Wesen und Methodik. Haug Verlag 1994
  11. The Compendium of Ayurvedic Medicine Principles and Practice. Indian medical Science series No.81. Sri Satguru Publications
  12. Zoller, A., Nordwig, H.: Heilpflanzen in der ayurvedischen Medizin. Haug Verlag 1997


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Herstellung von Ayurveda-Oel


August 23rd, 2007


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Nele-Hilfsprojekt-Fotos


August 23rd, 2007


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