Archive for July, 2007

Was ist Ayurveda?


July 27th, 2007

Autor: Dr. med. Grunert


Dozent der SEVA Akademie.  Autor vieler Bücher im Bereich Ayurveda und Yoga

Ayurveda ist medizinische Wissenschaft:
Ayurveda ist die älteste aller medizinischen Wissenschaften. Es gibt neun Fachrichtungen von der inneren Medizin über die Kinderheilkunde bis zur Chirurgie. Ayurveda wird in Indien und Sri Lanka an Universitäten gelehrt. Ayurveda bietet bei vielen Erkrankungen wie z.B. Herz-Kreislaufproblemen, Leistungsabfall, Haut-erkrankungen, neurologischen Erkrankungen, psychosomatischen Erkrankungen, Asthma bronchiale, Allergien, degenerativen Erkrankungen, stressbedingten Erkrankungen effektive Therapien.

Ayurveda im Bereich der Wellness:
Ayurveda spielt eine immer wichtigere Rolle im Wellness-Bereich z.B. in Hotels mit Wellnessbereich. Viele Teile der Ayurveda-Therapie von den Massagen bis zur Ernährungs- und Fitnessberatung werden hier eingesetzt. Wellness bedeutet Wohlbefinden - und Wohlbefinden ist ein wesentlicher Bestandteil von Gesundheit!

Ayurveda als Basisphilosophie:
Hier geht es vor allem um die Bewusstwerdung des eigenen Lebens und um die Integration der eigenen Person in Familie und Gesellschaft. Die Entwicklung eines positiven Bewusstseins ist wichtig zur Stressbewältigung und zur Vermeidung von Erkrankungen.

Anforderungen an Arzt, Therapeut und Klient:
Jede Therapie muss im Ayurveda genau dem Patienten angepasst werden. Hierzu muss der Patient seine Symptome genau beobachten und dem Arzt mitteilen können. Die Anpassung des Lebensstils und der Ernährung erfordert Disziplin. Nur wer den Rat des Therapeuten und Arztes einhält, kommt in den Genuss der vollen therapeutischen Wirkung der Anwendungen.

Behandlungen:

Physikalische Therapien (Massagen etc.), medikamentöse Therapien, Lebensstil- und Ernährungsberatung können ambulant durchgeführt werden. Intensiver und in manchen Fällen besser wirksam sind Ayurveda-Kuren.

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Fotos unserer Autoren und Ayurveda-Spezialisten


July 27th, 2007


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Safran


July 27th, 2007

Autor: Silvia Liptay


Safran ist der König der Gewürze. Er wird aus der Blütennarbe des Safran-Krokus gewonnen. Jede Krokusblüte enthält nur 3-4 Safranfäden, die einzeln mit der Hand gepflückt werden. Verständlich, dass Safran nicht gerade billig ist. Doch sein Geschmack und erst recht seine Heilwirkungen sind seinen Preis allemal wert. Safran harmonisiert alle drei Doshas. Er regt die Verdauungskraft (Agni) an und eignet sich besonders gut bei kaltem Klima. Ayurveda-Therapeuten schätzen seinen antiseptischen, leicht abführenden und harntreibenden Einfluß. Safran stillt Schmerzen, löst Krämpfe, vernichtet Darmparasiten, hilft bei Kopfschmerzen und stärkt Leber und Milz. Ebenso setzt man ihn gern bei Keuchhusten und Blähungen ein. Safran ist bei körperlicher und auch bei psychischer Überanstrengung sowie bei Schlafstörungen hilfreich. Als Sattva-Gewürz fördert er Hingabe und Mitgefühl. Daneben belebt Safran die Blutbildung, den Kreislauf und die weiblichen Unterleibsorgane.


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Kayachikitsa


July 27th, 2007


Professor Dr. Subash Ranade (SEVA Akademie)

Bekannt geworden ist Ayurveda im Abendland als Wellness- und Vorsorgepraxis, als System, ein langes und gesundes Leben auf der Basis gefundener Harmonie mit sich selbst zu führen. Das zeigt das grundsätzlich andere Herangehen der traditionellen indischen Medizin an das Geschenk des menschlichen Lebens – und dennoch ist der Aspekt von Vorsorge ja nur ein Teil des Gesamtsystems der ayurvedischen Medizin.Selbstverständlich hat Ayurveda auch ein differenziertes und hochwirksames System des Umgangs von massiven Störungen des physisch-psychischen Gleichgewichts – also Krankheiten – anzubieten. Ähnlich wie in der modernen westlichen Medizin kann man die ayurvedische Medizin grob in zwei Hauptsysteme einteilen: Chirurgie und Innere Medizin. Wie hochentwickelt die altindische chirurgische Kunst war, können wir nur ahnen anhand der überlieferten Texte und auch der archäologischen Funde; es war eine Kombination von handwerklichem Geschick, profunder Kenntnisse der Anatomie und Physiologie und auch einem Wissen von Anästhesie, Wundversorgung und -heilung. Hier ist ja auch in der modernen Medizin eine sehr umfassende Entwicklung geschehen. Die innere Medizin handelt von der Diagnostik, der Behandlung und der Heilung von Krankheiten, die sich im Menschen entwickelt haben. Und hier werden schon bei der Diagnostik große Unterschiede zur westlichen Medizin deutlich. Während die westliche Medizin gewaltige Fortschritte gemacht hat im Bereich der bildgebenden Verfahren und der Differenzierung feinster quantitativer Abweichungen im Körper, gibt es kaum Möglichkeiten zur Feststellung der ursächlichen, qualitativen Veränderungen der im Körper wirkenden Kräfte. Hier liegt die große Stärke des Ayurveda – eine Schicht tiefer schauen zu können in eine Ebene des Wirkens von ganz elementaren natürlichen Strömungen: Kräfte des Verfestigenden, des Umwandelnden und des Auflösenden/Vergeistigenden, die in uns und um uns herum wirken, denen wir mit unserem Essen, Trinken, Schlafen, Verhalten, mit unserem Denken und Fühlen und unseren Anlagen in unterschiedlichem Maße Einlass in unser Sein geben und ihnen so erlauben oder sie behindern, unseren Körper gesund zu gestalten. Hier versucht der ayurvedische Therapeut einen Zugang zu erhalten durch die verschiedenen Möglichkeiten, die Störungen im Wirken eines oder mehrerer dieser Kräfte herauszufinden und mit unterschiedlichen Mitteln das Gleichgewicht wieder zu erreichen.

Infos und Termine mit Prof. Ranade finden Sie hier:

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Klangarbeit


July 27th, 2007


ist eine der Möglichkeiten, den Menschen in seine kosmische Ordnung und in Einklang mit sich selbst zu bringen, bestehen wir doch – aus einem bestimmten Blickwinkel betrachtet – selbst aus Klang, aus Schwingung, die sich in einer physischen Form ausdrückt.Die vedische Heilkunst beinhaltet bereits in den mehr als 3000 Jahren alten Schriften eine Reihe von Mantren, die rhythmisch wiederholt, von Hymnen und medizinischen Texten, die in Tonintervallen mehrfach rezitiert werden. Das dauernde Wiederholen versetzt den Körper in eine tranceähnliche Schwingung, macht den Kopf frei und leer und führt zu einer tiefen Entspannung, die Loslassen und Heilung ermöglicht.Die Ursprünge der Kunst der Klangschalenanwendungen sind nicht so gut nachvollziehbar, am besten überliefert wurden sie in Tibet, und es gibt auch Hinweise auf altindische Quellen. Gongs sind nicht nur klanglich, sondern auch optisch beeindruckende Oberton-instrumente mit einer geradezu magischen Ausstrahlung. Jeder Anschlag bringt einen neuen Klang zur Entfaltung, die Möglichkeiten der sphärischen Klänge sind schier unendlich. Die Tabla-Trommeln bringen einmal mit den hohen weiblichen Klängen die obere Körperhälfte zum Schwingen und mit der Baya und ihren männlichen Klängen die untere, vor allem den Lendenbereich.


Es gibt viele Arten, um Klänge und Musik zum Zwecke des Wohlbefindens und der Harmonisierung einzusetzen. SEVA bietet eine Ausbildung zum Energie- und Klangschalen-Praktiker oder -therapeuten an, die verschiedene, sich gut ergänzende Aspekte der Klangarbeit beinhaltet: Klangschalen, tibetische Stimmgabeln, Gongs, Grundlagen von Qi-Gong, Klangmeditationen, Kirtan- und Mantrasingen, spirituelle Lieder, Demonstation der klassischen indischen Perkussion.Die Anwendungsbereiche sind vielfältig – bei körperlichen Beschwerden, seelischen Problemen, psychischen Spannungszuständen oder auch nur, um die Energiezentren zu stärken, damit die Lebensenergie frei fließen kann. Klang befreit von Unsicherheiten und Ängsten, macht das Herz frei, reinigt das Verdauungssystem, löst Schulter- und Nackenverspannungen, lockert den Lendenbereich, lindert Schmerzen in den Gelenken und lockert Verhärtungen in Muskelpartien, der Klang und die Schwingung ergießt sich heilend von der Fußsohle bis zu den Haarspitzen.

Näher Infos bekommen Sie hier:


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ADHS und Ayurveda


July 25th, 2007

Autor. Dr. Detlef Grunert

Hinter den vier Buchstaben ADHS verbirgt sich eine Erkrankung, die für die betroffenen Kinder und Jugendlichen schwerwiegende Folgen für das gesamte weitere Leben haben kann. ADHS bedeutet Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom. 5% bis 10%, d.h. mindestens 500.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland zwischen 6 und 18 Jahren sind von dieser Erkrankung betroffen, wobei nur ein Teil effektiv behandelt wird. Und: Die Zahl der erkrankten Kinder und Jugendlichen hat in den letzten 10 Jahren sehr rasch zugenommen. In den USA wird ADHS als die sich am schnellsten ausbreitende Krankheit bezeichnet! In meiner Praxis für Kinder- und Jugendmedizin behandele ich derzeit über 50 Kinder und Jugendliche, die an ADHS leiden. Das Thema ist daher wichtig und aktuell. Wie bekannt ist, haben 50% der Betroffenen auch im Erwachsenenalter weiterhin Probleme.

Ist ADHS eine neue Modekrankheit?

Nein! Bereits in den ayurvedischen Schriften ist die Erkrankung als Unterart von „Unmada“ beschrieben worden. Hier sind Störungen des Geistes, des Intellekts, des Gedächtnisses, des Verhaltens etc. aufgezählt. Betroffen ist vorwiegend Vata-Dosha und zusätzlich psychische Faktoren mit einem Überschuss an rajas (überaktiv) oder tamas (lethargisch). Auch Hippokrates hat vor 2500 Jahren die Krankheit beschrieben. In der westlichen Medizin wurde ADHS erstmals 1902 von G. F. Still systematisch untersucht.

Was kennzeichnet ADHS?

Das Hauptmerkmal der Erkrankung ist die gestörte „Aufmerksamkeit“. Die Erkrankung tritt dabei in zwei Varianten – mit und ohne Hyperaktivität - auf. Ein Teil der Betroffenen fällt durch „Träumen“ z.B. im Schulunterricht auf. Bei der anderen Variante ist ein wesentliches Merkmal die permanente und für die Umwelt sehr unangenehme Unruhe, die „Hyperaktivität“. Die geringe Ausdauer sowie die eingeschränkte psychische und emotionale Belastbarkeit führen zu Problemen in der Schule bis hin zu komplettem Schulversagen. Dazu kommen, zusätzlich bedingt durch ein sehr geringes Selbstwertgefühl, Störungen im Sozialverhalten, Krisen in der Familie, Probleme mit Gleichaltrigen usw..

Wie wird ADHS festgestellt?

Die Diagnose wird durch ein persönliches Gespräch des Arztes mit dem betroffenen Kind/Jugendlichen und mit seinen Eltern gestellt. Zusätzlich sind Informationen aus Schule und Kindergarten wichtig und nützlich. Auch die Beobachtung des Kindes/Jugendlichen liefert weitere Informationen. Häufig finden sich zusätzliche Zeichen wie trockene Haut, brüchige Nägel, Neurodermitis, überempfindliches Gehör, Schlafprobleme, Kopfschmerzen oder Bauchschmerzen. Aus ayurvedischer Sicht sind diese zusätzlichen Erkrankungen bzw. Symptome als Vata-Störungen zu betrachten.

Eine Schilddrüsenfunktionsstörung sollte ausgeschlossen werden. Hierzu ist eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse und eine Blutabnahme notwendig und sinnvoll. Weitere moderne Untersuchungsmethoden wie Computertomographie (CT), Kernspintomographie (MRT) oder Hirnstrommessung (EEG), sind für die Diagnosestellung nutzlos und sollten unterlassen werden, um Kind oder Jugendlichen nicht unnötig zu belasten!

Wo liegt die Störung beim ADHS?

In diesem kurzen Artikel kann ich nur auf einige wichtige Aspekte eingehen. Voranstellen möchte ich zum besseren Verständnis - etwas vereinfacht - das aktuelle Wissen vom ADHS in der „modernen“, westlichen Medizin.

Beim ADHS handelt es sich um eine Stoffwechselstörung des Gehirns. In einem kleinen, aber sehr wichtigen Gehirnbereich, wird eine Substanz, die zur Informationsübertragung benötigt wird, extrem rasch verbraucht. Dadurch können Informationen von außen nur während einer kurzen Zeit weitergeleitet und verarbeitet werden. Die Folgen sind eine schlechte oder fehlende Aufmerksamkeit, eine schlechte und lückenhafte Speicherung der Informationen und als Folge davon ein Leistungsabfall z.B. in der Schule bis hin zu komplettem Schulversagen. Das Gehirn der Betroffenen ist nur für kurze Zeit (wenige Minuten) in der Lage, Informationen korrekt aufzunehmen, weiterzuleiten und zu speichern. Das Gehirn ist somit in vielen wesentlichen Bereichen nur sehr eingeschränkt anpassungs- und leistungsfähig. Durch die Summe der Probleme kommt es zu auffälligem Verhalten bis hin zu schweren Verhaltensstörungen und psychischen Problemen. Als ursächliche Faktoren werden in der modernen Medizin neben vererbten Risiken Störungen vor, während und nach der Geburt beschrieben. Rauchende Mütter oder Väter mit Alkoholmissbrauch, ein schlechtes Wohnumfeld, ungünstige Einflüsse in der Schule usw. erhöhen das Risiko, an ADHS zu erkranken.
Aus ayurvedischer Sicht handelt es sich beim ADHS um eine Kombination aus schwerer Vata-Störung und einer Störung des Nervengewebes. Dazu kommt je nach Ausprägung ein Überschuss der pathologischen psychischen Faktoren tamas mit Trägheit, fehlendem Antrieb, Träumen im Unterricht etc. oder rajas mit unangenehmer Überaktivität bis hin zur Aggressivität.

Welche Möglichkeiten gibt es im Ayurveda, ein ADHS zu verhindern?
Aus ayurvedischer Sicht steht die Prophylaxe, d.h. das Verhindern des ADHS an erster Stelle. Hierzu sind eine ausgeglichene Konstitution und der optimale Aufbau aller (!) Gewebe die Grundlage. Und: Diese Grundlage wird bereits vor der Geburt gelegt!

Faktoren, die das Auftreten eines ADHS aus ayurvedischer Sicht begünstigen sind u.a.:
- Väterliche oder mütterliche „Gene“ (Vererbung)
- Schlechte Versorgung mit Nährstoffen, Vitaminen, Spurenelementen, … während der Schwangerschaft und danach
- Ungünstige Nahrung mit viel rajas (sehr scharf, viel Kaffee, viel blutiges Fleisch, …) oder viel tamas (Konserven, - Schweinefleisch, viel schlechte Fette, …) während der Schwangerschaft und danach
- Ama (Toxine) vor und während der Schwangerschaft wie Rauchen, Alkohol oder sonstige Suchtmittel
- Hoher Stress während der Schwangerschaft inkl. hohen Lärmpegeln (auch laute Disco-Musik)

- Fehlende Bewegung der Mutter während der Schwangerschaft
- Mangelnde Bewegung des Kindes im Elternhaus
- Mangelnde Bewegung in Kindergarten und Schule (dreimal pro Woche Sport/Bewegung ist aus gesundheitlicher und ayurvedischer Sicht das Minimum!!)

Daraus ergeben sich kurzgefasst die Möglichkeiten der ADHS-Prophylaxe vor und während der Schwangerschaft:
Mutter und Vater sollen gesund sein und sich ihrer Konstitution entsprechend ernähren und bewegen (siehe kurz gefasst z.B. im Buch „Balance durch Ayurveda-Yoga“). Dabei gelten für beide die ayurvedischen Regeln für eine gesunde Lebensweise (siehe entsprechende Literatur). Neben einer optimalen, sattvischen Ernährung mit allen wichtigen Nährstoffen ist das Vermeiden von Genussgiften und Lärm sehr wichtig. Ergänzend soll für eine angenehme Bewegung sowie eine Harmonie von Körper und Geist gesorgt werden. Hierzu ist z.B. Yoga geeignet. Ideal ist z.B. Yoga für die eigene Konstitution – Ayurveda-Yoga.

Nach Geburt steht die ADHS-Prophylaxe auf zwei Pfeilern:
Zum einen ist dies eine gute, im Idealfall sattvische Ernährung mit frischen Nahrungsmitteln. Die Ernährung soll an die Konstitution angepasst sein und alle notwendigen Vitamine, Spurenelemente etc. enthalten. Besonders wichtig für das Gehirn und zumindest in der deutschen Ernährung knapp sind Zink, Biotin und Omega-3-Fettsäuren. Auch eine Nahrungsergänzung z.B. mit Cyavanprash (Amla-Mus) ist daher durchaus sinnvoll.
Zum anderen ist dies eine gute Bewegung von Anfang an und im Idealfall täglicher (!) Sport in Kindergarten und Schule. In vielen Ländern der Welt von Neuseeland über Vietnam bis Finnland wird darauf besonders geachtet!

Welche Möglichkeiten gibt es, wenn bei einen Kind oder Jugendlichen ein ADHS aufgetreten ist?
Gleich vorweg: In vielen Fällen wird man um eine (zumindest vorübergehende) westliche Therapie mit Methylphenidat oder ähnlichen Substanzen nicht herumkommen. Erstes Ziel ist, den Leistungsabfall in der Schule aufzuhalten und schwere psychische Schäden zu vermeiden. Eine prinzipielle und dauernde Verbesserung der Gehirnfunktion wird damit jedoch nicht erreicht. Eine gute Therapie des ADHS muss im eigentlichen Sinne ganzheitlich sein! Damit sind nicht Bachblüten, Homöopathie oder Ähnliches gemeint. Derartige Therapieversuche sind weder ganzheitlich noch nutzbringend.
In jedem Fall ist eine kombinierte Therapie auf Dauer am Erfolg versprechendsten. Gerade in diesem Bereich liegt der große Nutzen von Ayurveda! Folgende Maßnahmen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) sind wichtig und sinnvoll:
1. Sattvische Ernährung mit frischen Nahrungsmittlen entsprechend den Regeln für Vata-Störung (warm, nahrhaft, genügend Flüssigkeit, etc.)
2. Nahrungsergänzung z.B. mit Cyavanprash
3. Täglich geeignete Bewegung und Sport
4. Yoga zur Harmonisierung von Körper und Geist z.B. Ayurveda-Yoga
5. Je nach Alter Ayurvedatherapien wie Abhyanga (Ölmassagen) z.B. mit Mahanarayana-Öl, Shirodhara (Stirnölguss) etc.
6. Zusätzlich kann Brahmi (Bacopa monniera) zur Verbesserung der Gehirnfunktion gegeben werden.
7. Bei Bedarf sind weitere ayurvedische Medikamente/Kräuter wie Triphala, Ashwagandha, Dashamula, Jatamamsi etc. nützlich.

Bemerkungen zum Schluss:
ADHS ist die häufigste psychische Erkrankung im Kindes- und Jugendalter. Die Erkrankung und ihre Folgen ziehen sich durch das ganze Leben. Die Diagnosestellung und die Therapie von Kindern und Jugendlichen mit ADHS ist schwierig und komplex. Beides sollte daher unbedingt von einen erfahrenen Kinder- und Jugendarzt oder einen Kinder- und Jugendpsychiater durchgeführt und gesteuert werden. Auch die Steuerung einer Ayurvedatherapie bleibt spezialisierten Ärzten vorbehalten.
Die Durchführung einer optimalen Therapie des ADHS erfordert zusätzlich eines ganzes Netzwerk aus Familie, Schule, Ausbildungsstelle usw.. Die wichtige ergänzende Ayurvedatherapie und vor allem sämtliche Maßnahmen zur Verhinderung eines ADHS fallen in den Aufgabenbereich von Ayurvedatherapeuten und insbesondere der Eltern. Die Voraussetzungen zu schaffen für eine optimale Umwelt, für gute Ernährung und Nahrungsmittel sowie für geeignete Bewegung und Sport ist ebenfalls Aufgabe der Eltern aber auch der Kindergärten und Schulen und damit auch der Politik!

Im Ayurveda ist Förderung, gute Versorgung und Krankheitsvorsorge der Kinder Grundlage der Gesundheit und Entwicklung einer Kultur! Dies sollte auch in Mitteleuropa und speziell in Deutschland gelten.

Abschließend noch ein Hinweis: Zu den Bereichen gesunde Kinder, Bewegung, richtige Ernährung, Sport etc. werden vom Autor dieses Artikels im Herbst 2006 und Frühjahr 2007 zwei Bücher erscheinen. In den Büchern wird eine Verbindung zwischen moderner Kinder- und Jugendmedizin und Sportmedizin sowie traditioneller ayurvedischer Medizin hergestellt. Ausschnitte aus den Büchern wurden auch für diesen Artikel verwendet. Die Titel werden lauten:
Grunert D.: Gesunde, fitte und intelligente Kinder durch Ayurveda, Das große Ayurveda-Gesundheitsbuch für Eltern und Erzieher. Erscheint Herbst 2007. Verlag Via Nova, Petersberg
Grunert D.: Gesundheit, Fitness und Leistungsfähigkeit durch Ayurveda im Sport. Erscheint Herbst 2006. Verlag Via Nova, Petersberg

Literatur:

Grunert U., Grunert D.: AyurVedaYoga - Yogaprogramme für die eigene Konstitution. 3 DVD´s. pro literatur Verlag, Mammendorf 2006

Grunert U., Grunert D.: Balance durch Ayurveda-Yoga. Knaur Verlag, München 2006

Keller K., Zierau M.-Th.: Hilfe bei ADHS. Knaur Ratgeber Verlage, München 2004

Stier B., Weissenrieder N.: Jugendmedizin. Springer Medizin Verlag, Heidelberg 2006
Swami Sada Shiva Tirtha: The Ayurveda Encyclopedia. Sri Satgutu Publications, Delhi India 1998

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