Shiva


 

Häufig wird Shiva auch als Nataraja, König des Tanzes, dargestellt. Laut den hinduistischen Legenden versuchten einige irrgläubige Rishis (= Urväter des Hinduismus; siehe auch Wurzeln des Hinduismus) Gott Shiva durch magische Gesänge zu vernichten. Shiva erkannte die drohende Gefahr und fing an zu tanzen, wodurch die negativen Kräfte der Rishis neutralisiert wurden. Über dies erzürnt, schufen die Rishis den ignoranten Zwerg Aspama, der sich auf Shiva stürzte. Der böse Zwerg geriet aber bei der ersten Attacke unter einen Fuß des tanzenden Gottes, was ihm das Rückgrat brach. Die Vernichtung des Zwerges Aspama symbolisiert die Befreiung der Welt von Ignoranz und Unwissenheit. Der Feuerbogen, von dem Shiva auf den meisten Darstellungen als Nataraja umgeben wird, steht für die Ursilbe der Schöpfung OM. Viele 100e andere Götter Indiens gehen aus Shiva in Form von Reinkarnationen und Manifestionen oder als Verwandte hervor.

Wichtigstes Kultbild der Shivaiten ist das Lingam, ein phallisches Symbol, das seine Schöpferkraft versinnbildlicht. Ein Lingam bildet das Allerheiligste eines jeden Shiva- Tempels. Meist handelt es sich um eine glatte Steinsäule auf einem Stufensockel, der zu einem weiblichen Genital (Yoni) ausgeformt sein kann.

Eine Legende um das Lingam handelt von Shiva, der vor lauter Askese völlig abgemagert und ausgezehrt im Himalaya meditierte. Einige Rishis, die Shiva nicht erkannten, kamen zeitweise vorbei. Die Frauen der Rishis fühlten sich zu Shiva hingezogen und durch sein Charisma wurde tiefe Begierde in ihnen geweckt, worauf der Gott die Frauen verführte. In großem Zorn schlugen die Rishis dem Gott das Glied (Linga) ab, worauf die Erde in Dunkelheit verfiel und der Phallus zu solch unermesslicher Größe heranwuchs, dass er die Welt zu spalten drohte. Erst da erkannten die weisen Männer Gott Shiva und mussten sich verpflichten, ihn in der Form des Lingam ewig zu verehren. Eine weitere Legende berichtet von einem Streit der drei mächtigsten Götter Brahma, Vishnu und Shiva über die Vorherrschaft. Derjenige sollte als mächtigster Gott anerkannt werden, der das größte Wunder verbringt. Plötzlich erschien ein kosmischer Riesenphallus aus Feuer, der so groß war, dass Vishnu und Brahma auf ihren Reittieren Anfang und Ende nicht erreichen konnten. Die Feuersäule öffnete sich und Shiva trat heraus, worauf er sich durch seine Machtdemonstration als mächtigster Gott von den beiden anderen Göttern anerkannt wurde. Berühmt ist die Geschichte um die Entstehung des Ganges:

Vor tausenden von Jahren, als es den Fluss noch nicht gab, betete der König Bhagiratha tausend Jahre zu Shiva. Nach dieser Zeit erhörte Shiva den braven König und gestattete ihm einen Wunsch. Der wünschte sich, dass die Göttin Ganga aufdie Erde käme und der Erde mit ihren Wassern Fruchtbarkeit schenke. Ganga erwiderte aber, dass dies unmöglich sei, da sie wegen ihrer großen Macht die Erde in ihren Grundfesten zerstören würde. Daraufhin bot Shiva an, die Göttin auf seinem Kopf zur Erde zu lassen, und so die Macht aufzufangen. Seit diesem Tag gibt es den Ganges auf der Erde und die Gangesquelle ist wegen Shivas Macht heilig. (siehe auch Ganga, Göttin des Ganges)

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